Die freien Texte.

Nicht alle Texte müssen formellen Ansprüchen genügen, um Qltur zu sein. Diese Sammlung umfasst Kurzgeschichten, Notizen und Gedankenfetzen. Abschließend meine Essays über die Kunst.

Kurzgeschichten

Notizen und Gedankenfetzen


Kurzgeschichten


Nachts im Park

Five inches

The day it all began

The perfect crime


Notizen und Gedankenfetzen


Analyse

Was ist echtes Leben
Was ist reine Existenz
Allein im eigenen Denken
Gar im Selbst-bewußt-Sein
Definiert sich das eine
Und auch das andere
Ist Leben fühlen?
Ist Existieren nicht fühlen?
Ist eines oder beides - Lüge?
Der gemeinsame Weg kann auch
Nur Illusion sein
Nur Wunsch
Der eigene Weg kann auch
Durch die Existenz ohne Leben gehen
Unlebendig
Nicht tot

Wähle!


Collage I

Und heute wieder dieses Gefühl der Leere. In mir. In meinem Leben. Erinnerungen. Sie spielen in deinem Café Tocotronic. Und du weißt: sie haben’s geschafft. Du hast sie gehört, als keiner sie kannte. Du warst in Hamburg beim Konzert, als die Punks noch mehr Lärm machten als die Band. Damals hast du dich auch noch mit deiner Freundin verstanden. Heute weißt du nicht mal, ob eure Freundschaft den nächsten Tag noch erlebt. Ihr habt Buxtehude vor die Konfrontation eines Goths gestellt. Ihr habt Göttingen unsicher gemacht. Guinness im Irish Pub getrunken. In Celle hat sie dir wieder geholfen, deinen Verstand zu verlieren. Sollen uns philosophische Ansichten trennen. Sollen wir ruhig zweihundert Kilometer auseinander wohnen. Es war uns egal. Wir waren dennoch bei einander. Und doch. Es war. Und heute sitze ich wieder und denke zu viel. Fühle zu wenig. Das Fühlen überlasse ich besser Dir. Du hast Freunde, die es brauchen. Dies ist bald der vierundzwanzigste Akt. Zwei Personen, von denen ich nicht mehr weiß, als dass sie gegensätzlich sind. Zwei Fantasien, die versuchen, einen Menschen zu simulieren.


Collage II

Wie vermag ich zu begreifen
Das Drama, als allein?
Wie könnten Menschen mir verhelfen
Zu bess'rer Sicht und klarem Denken?

Nicht eins bin ich
Nicht nur mit mir
Auch mit der Welt
Die eine Rolle abverlangt
Von mir und allen jenen
Die drauf zu wandeln sind verdammt

So heb' vier Finger ich
Statt deren drei
Nicht zum Segen, doch als Brücke
Zwischen Seiten die wie Tag und Nacht
Nie eins sich sind, doch Hälften dessen
Was als Ganzes uns're Welt bestimmt

Und wie zuvor ruf in die Nacht ich aus
Was besser ungesagt
In dunklen Mauern meiner Selbst
Vermodern sollte und zerfall'n
Vergebt mir diesen argen Ruf
Dem nichts mehr blieb sich selber zu erhalten
Der auf die Menschlichkeit der Menschen baut
Um Euch ein Mensch zu scheinen
Und dennoch nie zu Euch gehören darf


Collage III

.doc 11

tag eins

verspätete ankunft in ks - kostbare zeit wg. missverständnis verloren - unerwartet kühlerer empfang als damals - guter ablauf beim einchecken - bis nach mitternacht geredet und philosophiert - veränderungen bemerkt (auf beiden seiten) - versicherung sich nicht deshalb zu trennen (war mir sehr wichtig) - ende tag eins

tag zwei

aufgestanden - k. hat zwei stunden an ihrer frisur gearbeitet - ergebnis lohnt sich - kein frühstück mehr - am bahnhof gegessen - ausstellung am bahnhof wg. Zeitaufwand verschoben - zum fridericanum - aufnahme der treppenstraße mit hintergrund - bemerkung k.s wg. plastik [diese stelle ist beschädigt oder wurde entfernt] - fridericanum betreten - zu viele menschen - unkonzeptionierte videoinstallationen - nichtssagende dokumentationen - [diese stelle ist beschädigt oder wurde entfernt] - k. war von einer elektronischen lichtinstallation begeistert - gegen vier zum essen - pizza - kann tintenfisch nicht ausstehen - einen moment lang traurig gewesen - dennoch ein schönes gespräch geführt - zur halle - mehrere bücher ausgelegt - inszenierte (keine realen) verletzungen schockiert bewundert - interesse an pakers gezeigt (oder hieß er parkers?) - wie dalí nur sanfter und mythischer - k. war entzückt - tür photographiert hinter der eine mauer war - [diese stelle ist beschädigt oder wurde entfernt] - weiter zur orangerie - beschallung in weißem tunnel - bemerkung über die möglichkeit gerüche in ausstellungen zu verwenden - spiegelkabinett besucht - spaziergang im park - stimmen gelauscht - über natur philosophiert - suche nach tankstelle wg. flüssigkeitsmangel - türkische brause getrunken - [diese stelle ist beschädigt oder wurde entfernt] - ende tag zwei

tag drei

alleine gefrühstückt - ungewöhnlich schlechtes angebot - depression wg. [diese stelle ist beschädigt oder wurde entfernt] - ausgecheckt - wieder zur orangerie - nochmal spiegelkabinett - zum boot - zu hohe temperaturen - schleusendurchfahrt - ankunft bei der brauerei - wieder zu viele menschen - videoaufnahmen von wasser - ruhig - angenehm - leider unter zeitdruck - bilder von erdbebenhäusern - ästhetisch und furchtbar - umweltintegriertes gebäude bewundert - raum mit kaffee auf dem boden betreten - erinnerung an gerüche in ausstellungen - wg. zeitdruck besorgt - durch glück oder [diese stelle ist beschädigt oder wurde entfernt] taxi gefunden - rechtzeitig beim bahnhof - zug hat verspätung - k. fährt nach hause - ich muss an einen anderen ort fahren - alleine - ende tag drei

ende der übertragung


Das Gegenteil von Leben, Teil 1: Dialog

Ein Mann.
Eine Frau.
Er sitzt auf einer Bank.
Sie sitzt neben ihm.
Er nimmt ihre Hand in seine.
Sie zieht ihre Hand weg.
Er versucht zu lächeln.
Sie weicht seinem Blick aus.
Er wird ernst.
Sie blickt zu Boden.
Er steht auf.
Sie seufzt leise.
Er sieht sie an.
Sie sieht zur Seite.
Er geht.
Sie schaut zum See herüber.


Das Gegenteil von Leben, Teil 2

Seit so langer Zeit diese Leere in mir. Oder bilde ich sie mir nur ein? Was weiß ich schon über mich. Nicht lebend, nicht tot.

Macht das Leben ohne den Tod mehr Spaß?
Dabei ist der Tod nur die logische Konsequenz des Lebens. Zwei Seiten desselben Phänomens der Schöpfung. Kein Leben ohne Tod, kein Tod ohne Leben.
All diese Geschichten vom Paradies oder Orten ewiger Verdammnis... Blödsinn.

Es kann nur Orte geben, in denen das eine oder andere etwas stärker ist. Selbst in der Hölle wohnen Engel - wenngleich von Gott gefeuerte. Und nicht jeder in Eden muss ein guter Christ sein.

Leere mit Glauben füllen - niemals.
Ohne Zweifel glauben - ich kann es nicht.


Das Gegenteil von Leben, Teil 3: Sie waren meine Familie

Als ich ankam, kannte ich sie nicht. Doch sie nahmen mich auf, und mit der Zeit fanden wir zueinander. Andrea, die mich sofort aufnahm, als wäre ich schon Teil der Familie. Sie und Vera standen mir immer nahe. Vera, die so schweigen konnte wie ich. Ulf, mit dem der Tag nie wirklich langweilig wurde. Tilman, dessen Rebellengeschichten einem auf den Geist gehen konnten, wenn sie einen nicht so fasziniert hätten. Die schwarzen Schafe Jan und Jörg, die bessere Prolls waren als alle aus der Außenwelt. Anna, der ich mein erstes Klavierstück widmete - nicht grundlos. Alle weiteren, die kurz oder länger da waren. Man konnte sich nie ganz aus dem Weg gehen. Und es war gut so.
Und K., die meine Existenz so über den Haufen warf. Mich inspirierte. Mir Hoffnung gab.
Diese Familie konnte ich hassen, lieben und mich immer wieder darüber wundern, dass so verschiedene Menschen und andere Wesen so gut miteinander leben konnten. Wir sangen gemeinsam, alberten herum und versuchten, mit der Welt draußen klarzukommen.
Wir sprachen aber niemals über unsere Probleme.
Meine Familie war nur ein Teil meines Filmes, doch sie war einer der schönsten.


Silence

Looking at the mighty trees, rising up towards the sky. Green moss slumbering on boles ivy is climbing. Woody taste in my mouth as I begin eating leaves, falling from the roof of eternal forests. My feet rooted in damp duff. Silence.
Slowly lifting our wings up and down, we fly side by side through clouds of billions of billions of waterdrops, each one for its own. No sound but the whispering winds upon we both are gliding. Looking down at earth, we spot mighty towers of sparkling diamonds, flooding the vast fields with all the rainbow's colours. Rivers like blue ribbons, savely laid upon the land. Silence.
Lying on a shore made of warm shell limestone with closed eyes under a cloudless blue sky. Sun is touching my skin like a lover's kiss. Waves of warm water stretching their fingers towards the shore, their grumbling filling the air that smells like salt. Silence.
From the top of the mountain, looking down to the valley which is filled with mist. Rocks on the meadows, one by one lifting up into the sky of bittergreen. The diamond towers become grey and dull as sun burns out the rivers. I think about laughing while watching fish flying over the mist, then straight into it. Nothing's over at all. In fact, all has just begun.


Happy Tree Lands

Well hello, nice to meet you. Take these funny faces and follow me to a land with green, green grass and a funny blue sky, whoo-hoo, birds are singing (tirili) in happy smiling trees with eyes like funky moons. Funny bunnies hopping on meadows (whoo-hoo) bouncing into the lake - splash!
See the little squirrels, whoo-hoo! Smoking nuts and leafs yeah, take a trip to the Happy Tree Lands! Clouds are smiling on you under a weedy green sun, whoo-hoo! See the purple rain falling down down down down on your head and on the grass and on the trees and on the squirrels and the smoke and on the lake, yee-hah! Drink the purple rain and swallow the stars!
I am the deer! Hunt me down! Whoo-hoo!
Hah-haa! See the kittens flying after a kick! (Mee-ow) See the flying kittens landing in the lake - splash! Hah-haa! The kittens cannot swin, whoo-hoo! Some time later the lake's surface is plain like glass. Broken glass falling on the poor poor little squirrel, and whoo-hoo! Red flowers painted in the snow, yee-hah!
Suddenly, hoo! The sky turns black! O-oh! Be quick and take some of my friends at home. Swallow them down and rise again above the funny smiling clouds and into the happy blue sky and fly like the kittens, whoo-hoo! In the sky!


]ohne titel[

Ich stehe an der Haltestelle, warte auf den Bus. Ich trage meinen Mantel.
Ich liebe meinen Mantel. Wenn ich ihn trage, beherrsche ich die Welt.
Es ist ein schöner Mantel. Er ist aus schwarzem Nubukleder und reicht bis zum Boden. Silberne Knöpfe, aus englischen Schillingen von um 1960 bilden zwei Reihen auf der Brust und an den Stulpen. Der Mantel ist Speicher eines Teils meiner Persönlichkeit und gibt mir einen Teil seines Charakters zurück. Es ist ein Gothicmantel. Ein Heavy-Metal-Mantel. Ein Helloween-Mantel (hat nichts mit dem Fest zu tun).
Ein hübsches Gesicht könnte mich von meinem Thron stossen.