Wütet noch immer,
der für des Falken Auge
mit seinem Leben zahlte?


Die Gedichte.

Aus dem Aus-satz
Frei von Sammlungen

Nicht alle Gedichte entsprechen einer klasssischen Gedichtform, und die meisten entziehen sich einer eindeutigen Interpretation. Dies geschah rein zufällig oder mit voller Absicht. Gedichte können durch Interpretation ihre ganze Bedeutung entfalten, oder diese fragilen Gebilde werden unwiederbringlich zerstört und zu normierten Blöcken geformt.

Überlasst die Dichtung den Klempnern!

Aus dem Aus-satz [2002 - 2007]

Das mittlerweile geschlossene Texter- und Autorenforum hat auf viele dieser Gedichte reagiert und sie in das Gesamte integriert. Auch wenn diese Verflechtungen an dieser Stelle nicht veröffentlicht werden (einzige Ausnahme ist der Gedichtdialog mit Bea), seien diese Menschen bedankt.

Danksagung

Und wieder
eine weiße Fläche
mit Schwarz besprenkelt

Und wieder
ein leeres Blatt
mit Tinte entjungfert Und wieder
stirbt etwas
das ich in mir barg

Zum Glück
war dieses Etwas
Teil meiner Angst


Eigenmonolog in einer Weißen Kammer

Allein
Allein
Allein der Gedanke
Allein

Allein
Allein
Allein bist Du niemals
Allein

Allein
Allein
Allein unter mir
Allein

Allein
Allein
Allein ohne Dich
Allein


Liebste Schwester, im Geiste nur...

Du bist der Anfang
Und das Ende
Meiner Gedanken

Was ist dazwischen
Außer Liebe
Und meiner Sehnsucht

Und meine Zweifel
Sie vergehen
In Deinen Händen

Gab ich Dir alles?
Nur mein Leben
Nicht meine Seele

Ließt mich alleine
Mit Deinem Bild nur
Und meiner Sehnsucht


Fehlgeburt

Mutter - warum hast du mich verstoßen
Aus deinem Leib
In diese Welt voller Menschen
Verflucht seist du!

Vater - warum hast du mich gezeugt
Diese kranke Form
In der ich gefangen bin
Verflucht seist du!

Laßt mich aus diesem Körper
Und diese Form vergehen
Beendet das Leid meines Gefängnisses
Nicht Mensch kann ich sein
Nur unter Menschen leiden

Mutter - Vater
Verflucht seid ihr!


no goodbye

allein aus stolz
er darf nicht trauern
sie darf nicht weinen

allein aus angst
den tod verleugnen:
du darfst nicht sterben!

der tod schadet
den egoisten
sie sind gezwungen
gefühle zu zeigen


Ohne Worte

Du stehst vor mir
Nah genug Dich zu berühren
Nur die Hand müßte ich ausstrecken

Mein Mund bleibt stumm
Was könnte ich Dir sagen
Geschöpf meiner Sehnsucht

Blicke in die Leere
Von jedem von uns
Will nicht an Dich denken

Gehe von Dir
Lasse Dich mit Dir zurück
Und nehme Dich in mir mit


zuviel der Worte

ich kniee vor Dir
zu weit Dich zu erahnen
strecke meine hände aus ins leere

meine augen schreien
worte entfliehen mir
geschöpf meiner liebe

blicke zueinander
von uns beiden (zusammen)
trinke meinen geist aus(!)

krieche zu Dir
zerstöre Dein alleinsein
und lasse mich in Dir zurück


resumée

sollen meine worte wie schaum aus meinem mund quillen
inhaltlose monologe die keine ohren finden
bedeutungslos wie ich in meiner einzigartigkeit
formlose existenz ohne gegenstück

"O eitler Narziß,
Bewundere deine Schönheit,
Wirst doch versinken
In dunklen Fluten..."

nur ich allein in meiner welt gefangen
keine seele übrig meine klagen zu hören
anna-varney mag dem fünften geschlecht angehören
ich habe es nicht einmal zum ersten geschafft

"Dein Gefängnis
Ist nicht Stein der bröckelt
Noch Fleisch das fault
Verleugne nicht..."

nie mehr... doch das hatten wir schon
für mich heisst es noch nie nie mehr wenn man nicht mehr an die eigene existenz glaubt

"O blinder Tor,
Nie wirst du entkommen
Da du nicht die Augen nutzt
Die nur du besitzt..."

in ewigen kreisen stolpere ich in immer gleiche fehler
zeit spielt keine rolle auch erfahrung nicht
seltsam menschliche züge für einen unlebenden
und doch bin ich nur eine wahnvorstellung die an sich selbst glaubt

"Vernichte die Welt
Stürze dich in die Fluten
Und tauche auf
Im wirklichen Leben..."

nur ein traum der begann sich selbst zu träumen


Dankgebet

War es nicht Deine Bestimmung die ich suchte?
Nein, berufen bin ich wahrlich nicht,
Dein Leben mitzuleben.
Es ist nicht mein Traum, den Du zerbrachst,
Nur der Schatten eines Gedanken,
Der im tiefsten Winkel meines Herzens starb.

Und doch begrüße ich den neuen Morgen,
der mir nichts bringt als die alten zuvor.
Erneut und wie so oft erbaue ich Dir einen Tempel,
In dem ich Dir Gedanken und Sehnsucht opfere
Wie es immer war, seit Du das Licht neu entflammtest
In einer Welt, die nur das Dunkle kannte.


Khaibit

Sehnsucht und Gefühl
Menschsein und Instinkt
Opfer eines Gottes an seine Kinder

Doch weh dem, der das Monster weckt
Nicht zu stillen seine Gier
Khaibit ist erwacht - Sekhem verdrängt

Der Ewig Ruhende liegt still
Im Zentrum des Universums
Und sieht seinen Kindern zu

Wütet noch immer
Der für des Falken Auge
Mit seinem Leben zahlte?

Bin ich Täter und Opfer zugleich -
Zerstöre was ich suchte
Und übe Verrat am Leben


TraumNachtBlau

Das Blau der Sonne verbrennt die Haut
Mit Kälte tiefer als Eis
In dunklem Schein schwarzer Kristalle gespiegelt
Bruder der Wärme

Blaue Strahlen lecken über die Haut
Die kälter als Deine
In blauer Glut sterbenden Sonnenfeuers
An Dich geschmiegt

In sonnenblau kaltstechendem Nachtfeuer
Das Blau Deiner Haut
Unter zornigem Auge blaubrennender Nadelspitzen
Füllt den Horizont

Im letzten Schein blauflimmernder Sonnenstrahlen
Die Haut zerrissen - wessen?
Durch letzen Lidschlags Traumwunschsonneneisblütenmeer
Erstarrt


abschied

Du schneidest wunden
die niemand sieht
doch meine tränen
fließen nach innen
können Dich nicht verletzen


World within a world within a world within a world within a world...

Durch Augen in andere Welten
Deine Welt
Welt in Welt
Auge in Auge
Stürzen
Reisen
Auge um Welt
Gefangen
Und immer
Weiter


Elegie

Nicht Gott bin ich
Noch Mensch kann ich sein
Gefangen unter Menschen
Und doch ganz allein

Ich fürchte das Leben
Ich fürchte den Tod
Doch darf ich nicht sterben
So ist das Gebot

Ob Engel, ob Dämon
Wer immer ich bin
Bin immer dazwischen
Gehör' nicht hier hin

Verdammnis das Leben
Erlösung der Tod
Doch darf ich nicht sterben
So ist das Gebot

Und hat jedes Wesen
Auf dieser Erd'
Bedeutung und Nutzen
Und hat seinen Wert

Der einsamen Streiter
Einz'ger Beruf
Ist jenem zu dienen
Der uns schuf

Das Leiden ist was uns
So wertvoll macht
Dem grausamen Gotte
Der uns erdacht

Verdammnis das Leben
Erlösung der Tod
Doch dürfen wir nicht sterben
So lautet sein Gebot


]ohne titel[

Der Himmel ist ein Meer, in seinen Tiefen schwimmt
Das Spiegelbild der Sonne, Mond genannt.
In seinen Strahlen ruht die Sehnsucht - sie beginnt
Mich zu erfüllen wie die Dunkelheit das Land.


werkzeug

maschinengeboren
maschinenernährt
maschinenbeatmet
maschinenbenutzt

lebewesen
lebende wesen
lebend gewesen
verwesen


How are you gentlemen?

As we may think, as we can see,
Life and death no use may be.
Longing for something we do not know,
You know the answer but cannot show.
Ordered by classes, mankind divides
Using and used by ancient prides,
Regions and cultures are brothers at heart,
But at the end we will all be apart.
Ancient cultures ruling vast lands
Striking their neighbours with blood-stained hands.
Emperors reigning with sceptre and crown,
Armies to bring their enemies down,
Religions to keep our mind and eyes shut:
Every nation is based on blood.
Built on the bones of the fallen and slain,
Enlightened by all their screams and pain,
Living on tombs we raided before,
Or bury our dead to use them once more.
No victory nor glory will make us immortal,
Gather we must when we reach the portal,
To rise up to heaven or fall down to hell
Or leaving at earth by some unholy spell.
United we hear the earth's heart stomp:
Someone set up us the bomb.

Invasion of the Gabber Robots


Liebe?

Liebste, den ganzen Tag denke ich an nichts als an Dich.
Sag - ist das Liebe?
Immer versuche ich, auf meine Persönlichkeit zu verzichten, um es Dir recht zu machen.
Sag - ist das Liebe?
Es gibt nichts, was ich noch ohne Dich tun will.
Sag - ist das Liebe?
Bevor ich Dich kennen lernte, kannte ich keinen Sinn im Leben. Dieser kam erst mit Dir.
Sag - ist das Liebe?
Ein ganzes Leben mache ich Dir untertan.
Sag - ist das noch Liebe?


Unterm Strich

Mensch, betrachte dich
Laster hinter Tugendmasken
Wo ist der Gott den du gekauft

Mensch, verachte dich
Strafe fremdes Sündenfleisch
Wer ist der Feind den du so brauchst

Mensch, verlach mich nicht
Unterm Strich ein kluges Tier
Was ist der Grund der für dich spricht



Wo war ich?

(Khaibit)

Wo war ich?
Hier - immer hier
Und nie da
Wo man mich braucht
Braucht man mich?
Wer braucht mich schon
Immer nur hier


Wo warst du?

(Bea)

"wo war ich?"
fragst du dich
warum nicht mich?

"war immer hier!"
so sagst du dir -
warst nie bei mir!

dass ich dich brauch,
das weiß ich auch
nur du...

nicht.

Wicht!


Warst du irgendwo?

(Khaibit)

Ich bin Khaibit
Das Leid ist mein Lied
Bin nur ein Viertel Mann
Wenn ich nicht trauern kann
Und jetzt kommst Du hier an

Bin nur ein Viertel Frau
Wenn ich die Zeilen schau
Was hast Du mir getan
Jetzt denk ich erst daran
Ich lebe! - aber dann?

Ich bin nur Phantasie
Geboren wurd ich nie
Nähm ich mir nur die Zeit
Wär einem Mensch Geleit -
Mein Grab stünd schon bereit

Verzeih mir diese Zeilen
Ich muss mich nun beeilen
In Dunkelheit zu gehen
Gedichte zu erflehen
Bis wir uns wiedersehen


Hier und doch nicht

(Bea)

Khaibit

Du bist der Schatten meines Lebens -
doch ohne dich bin ich allein.
Und warte ich auf dich vergebens...
Werd ich auf ewig einsam sein?

So sag, was bist du für ein Wesen?
Nicht wirklich ist auf dich Verlass!
Im Sonnenschein magst du genesen,
doch nachts, da bist du totenblass!

Bist nur die Summe meiner Laster,
so sag, was soll ich nur mit dir?
Bedrückst mein Herz wie Kopfsteinpflaster
und kannst nicht wirklich was dafür.

Ach weißt du, ich würd dich gern meiden -
Verzichten könnte ich auf dich.
Kann dich wirklich nicht gut leiden,
doch in Wahrheit - bist du ich!

Fing ich nur nächtens an zu leben
müsst' ich dich nicht wiederseh'n!
Doch sollte ich dir mich vergeben,
dann könnten wir nach Hause geh'n.



Der Herrscher

O König, dort auf deinem Thron
Kann niemand dich erreichen
Du wolltest keinem gleichen
Die Einsamkeit ist jetzt dein Lohn

O König, der nach Anseh'n giert
Nach Preisung oder Würde
Ertrage deine Bürde
Selbst auf dem Haupt mit Gold verziert

O König, den sein Volk nicht kennt
Stehst über allen Dingen
Ums Denken musst du ringen
Die Antwort dir das Hirn verbrennt

O König, schönster aller Pfau'n
Beherrscher aller Erden
Willst du ein Gott jetzt werden?
So musst du auf die Erde schau'n.


Abrechnung

Gothic lebt - welch Ironie!
Vom Tode nur, vom Sterben,
Von Leid, Verzweiflung, Apathie
Von einer Welt in Scherben.

Die schwarze Seele trauert nach
Dem leisen Liebessang
Liegt zwischen Gräbern weinend wach
Beim düstern Glockenklang

Jeden Tag aufs Neue sterben
Niemals fröhlich, stets allein.
Wer hört heut' noch Goethes Erben?
Goths wollen auch Menschen sein.

Sie lachen, tanzen, sind vergnügt
In Discos, auf Konzerten
Sie wenden, vom Kommerz besiegt,
Sich ab von ihren Werten.

Was längst in Japan unmodern
Wird hier sogleich vom Markt erfasst
So leuchtet uns so manch ein Stern
Der im Osten längst verblasst

Auch in Paris sieht man sie schon:
Die Wintermode - an der Seite
Von Pop macht Gothic den guten Ton.
Doch machen Kleider Leute?

Wer lutscht an Knochen, schläft in Särgen,
Wer versucht sich zu verbergen,
Hüllt sich in Dunkelheit und schreibt
Gedichte über "Was war, bleibt..."?

Seid ihr bereit für solch ein Leben?
(Wenn man es mal Leben nennt)
Wollt ihr nach dem Dunkel streben?
Oder ist es nur ein Trend?

Wenn der nächste Stil diktiert,
Was man denn zu tragen habe,
Jeder gleich den Kopf verliert,
Trägt den alten Stil zu Grabe.

So verschwindet Gothic leise
Nach der alt bekannten Weise.
Ich blas die letzte Kerze aus,
Und alle gehen vergnügt nach Haus.


A dieu

Rot erleuchtet vom Blutmond
Unter klirrendem Atemreif
Nebelgeboren und traumverendet
Die letzten Schritte einer Welt aus Dir
Lebe wohl -


Aus dem Aus-satz


Frei von Sammlungen


Vom Unleben

Bilde Deine eigene Welt
Und geh in ihr unter
Und wieder auf

Erblühe im Wahnsinn
Der Dich gebar
Und zerstörte

Eure Welt
Nur ein Fliegenschiss
Auf meiner Glaskugel


Glücklicher Moment

Aufhör'n, wenn's am schönsten ist
Damit die Zeit man nicht vergisst
Die glücklich war und bleiben soll
Auch wenn dereinst ich kummervoll
In Einsamkeit mein Leben frist'



Im Spiegel

Ich seh' im Spiegel mein Gesicht
Es glotzt mir starr entgegen
Als ob es nichts zu sagen gäbe
Weil ich als es und es mich lebe
Ich wend mich ab, bin ganz verlegen
Denn dieser Spiegel zeigt nicht - mich

Im Spiegel



Ein Scheißgedicht

Aus tiefstem Darm bin ich entschwunden
Ich hatte mich schon fast verlaufen
(Ist der Darm doch so gewunden)
Hab doch noch meinen Weg gefunden
Jetzt lieg ich hier als kleiner Haufen


undICHtung

Lieblos geworfen hin
Diese Verse, dies Gedicht
Ohne Ordnung, ohne Sinn
Doch anders kann ich's nicht.


Ritter im Regen

Der edle Ritter steht im Regen,
Doch kann er sich nicht mehr bewegen.
Denn seine Rüstung ist durchrostet -
"Mein Gott!" denkt er, "was das wohl kostet?"


In mir wartet eine Welt

In mir wartet eine Welt, entdeckt zu werden.
Seid mir willkommen, Wanderer,
doch nur zu schauen, nicht als garstiger Tyrann
dies zu regier'n, das frohen Muts ich biete.

Goldfließend' Felder, Weiden, frühlingsgrün,
umrahmt von Bergen, deren Gipfel in die Wolken stechen,
der Haine Vögel leise Melodien
und neblig' Auen, geheimnisvoll und schön.

Und hier und da auch Menschen, Gäste meist,
bisweilen Siedler, oder fest verwachsen
mit tönern' Beinen tief im Grund der Erde,
sodass ein Teil der Landschaft schon sie sind.

Es gibt Besucher hier, die nicht von dieser Welt,
wenngleich die Körper zu ihr doch gehören.

Musik erklingt in den orangen Gassen
der großen Stadt, die nur aus Sand gebaut,
die mitten in der öden Wüste
von blauem Himmel überspannt.

Hier findet mich, wer nur die Bilder schaute,
die mich durch Jahre führten, als den Weg
zu meinem Meister ich noch suchte,
er war der erste nur, den ich erwählt.

Es lugen frech aus diesen schwarzen Fensterlöchern
die Formen reiner Abstraktion,
die geometrisch ausgemessen
verschlüsselten den wahren Sinn des Bildes.

Nach vielen Jahren kehrte in die Fremde
ich heim, doch nur für kurze Zeit,
denn Bilder schaffen sich nicht von alleine,
und meine Pinsel eingetrocknet sind.

Doch immer noch hört man die Töne
die kein Ohr je zu zählen weiß,
mehr Sprachen als in Babels Straßen,
und immer noch sind unerfüllt sie alle.

Ich selbst begann, sie zu ergänzen,
ich hörte zu, mit off'nem Herz,
bis Symphonien klangen aus dem Hause,
das ich erbaut aus Noten und Orchester.

Platz ist in dieser Welt genug
für hundert und für tausend Götter,
doch nicht ein Stein wird ausgehauen,
zu bauen für sie einen Tempel.

Paläste sucht man hier vergebens,
die überquell'n mit Gold statt Leben.
Sucht ihr den Fels? Ihr werdet euch dran stoßen.
Nein, Kies bin ich, fest und doch flexibel.

Des Abends ziehen düst're Wolken auf,
und bringen mit sich alle Schwere dieser Welt,
die hohen Berge werfen lange Schatten,
in dichten Wäldern lauern dunkle Schrecken.

Doch wird nicht nach dem stärksten Regen
das Leben umso schöner bl&;uumlhn?
Es bricht aus regennasser Erde
Gedüngt vom Tode neues Leben.

In meiner Welt warte ich, entdeckt zu werden.
Seid mir willkommen, Suchende.


An der Kette

Den Wolf könnt ich töten,
doch was blieb von mir,
entriss ich seinen Fängen mich
und lebt' in einer Welt voll Schafe?

In Ketten legt ich ihn,
der meines Schlafes Traum oft störte
mit wütendem Geheul aus finstrer Kehle
und frisst mein Leben, Stück für Stück

Und ist er nicht wie ich des Lebens wert,
so muss auch ich nur als ein Makel gelten.
Er waltet nur nach dem, was die Natur verlangt,
ich trachte ihm, dem Sklaven, nach dem Leben.


Aus dem Aus-satz
Frei von Sammlungen